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Europapreis 2008

Der Europapreis, den die Republikaner zum ersten Mal im Jahr 2008 in Rosenheim verleihen werden, soll Politiker ehren, die sich für die Rechte ihrer Nation eingesetzt haben und die sich darin trotz staatlicher Willkür und gesellschaft licher Ächtung nicht haben beirren lassen.

Deutschland hat über vier Jahrzehnte die Teilung Europas in einen freiheitlich- demokratischen und einen kommunistischen Zwangsstaat am eigenen Leibe erlebt und durchlitten. Nicht nur das Land wargeteilt, auch Familien waren getrennt. Wer vom einen Teil Deutschlands in den anderen fahren wollte, wurde durch Mauer und Stacheldraht daran gehindert, und wer von der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik . üchten wollte, bezahlte diese Flucht oft mit seinem Leben.

Die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen unter dem kommunistischen Joch hinter dem eisernen Vorhang konnte aber den Freiheitswillen der Menschen nicht brechen. Der wirtschaft liche Niedergang in der ehemaligen Sowjetunion machte den Weg frei für Glasnost und Perestroijka.

Präsident Ronald Reagan bei seinem Berliner Besuch am 12. Juni 1987 das ein, was die bundesdeutsche Politik, aber auch die Europäische Gemeinschaft hätten regelmäßig einfordern müssen. Die moralische Unterstützung durch den amerikanischen Präsidenten, aber auch durch das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., hat die Ungarn ermutigt, die Grenzen zu Österreich zu ö. nen und so den Eisernen Vorhang einzureißen. Es folgte die friedlichste Revolution, die Europa in seiner wechselvollen Geschichte bislang erleben konnte.

Was die Menschen diesseits und jenseits des eisernen Vorhanges sich mit dem Herzen erkämpft en, daß Nationen wieder zueinander fanden bzw. wiedererstanden, ist nach fast zwei Jahrzehnten einer ersten großen Bewährungsprobe ausgesetzt. Nicht nur, daß die Kommunisten auch in Deutschland wieder Wahlerfolge erzielen; freiheitliche Bewegungen wie der Vlaams Belang in Belgien, die FPÖ in Österreich oder die Republikaner in Deutschland werden seit Jahren daran gehindert, sich frei und ohne staatliche Repressalien zu entfalten. Auf der anderen Seite greift die Regelungswut der EU-Bürokratie immer tiefer in die Freiheitsrechte der Menschen ein.

Der von den Republikanern gestift ete Europapreis versteht sich darum auch als Gegenentwurf zum Internationalen Karlspreis, der sich von seinen Ursprüngen längst weit entfernt hat. In der Entstehungsgeschichte des Internationalen Karlspreises von Aachen ist zu lesen, daß es das Bemühen des Aachener Bürgers Dr. Pfei. er war, Ein. Uß auf das politische Geschehen in Europa zu gewinnen, um bei der friedlichen Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Dies führte ihn zur Idee, den Karlspreis zu stift en. Doch nach 58 Jahren haben die Bürger weniger Ein. uß auf das politische Geschehen in Europa als bei der ersten Verleihung des Internationalen Karlspreises von Aachen im Jahr 1950.

Es ist Zeit, daß sich hier Grundlegendes ändert und die Bürger wieder Herr im eigenen Haus werden. Wenn sich in Rosenheim das Europa der Vaterländer zum Europakongreß 2008 ein. ndet, ist der Rahmen gescha. en, den Europapreis erstmals zu verleihen.
Dr. Rolf Schlierer stellt den Preis vor. Karel Dillens Tochter Marijke Dillen nimmt den Preis entgegen.
Dr. Rolf Schlierer stellt den Preis vor. Karel Dillens Tochter Marijke Dillen nimmt den Preis entgegen.

Karel Dillen Biografie

Karel Dillen wurde am 16. Oktober 1925 in Antwerpen geboren und starb am 27. April 2007 in ’s Gravenwezel, nicht weit von seinem Geburtsort. Als Gründer der Nationalpartei „Vlaams Blok“, als Parlamentarier, Schrift steller und Redner hat er sich um sein Vaterland Flandern verdient gemacht.

Schon als junger Mann war ein unabhängiges Flandern sein großer Traum. Seine . ämisch gesinnten Lehrer am Antwerpener ‚Atheneum‘, das er in der Vorkriegszeit und während des Krieges besuchte, wurden bestimmend für seine politische Zukunft . Die Kriegsumstände hinderten ihn daran, an die Universität zu gehen. Karel Dillen, der bei Kriegsausbruch 14 Jahre alt war, hatte weder mit der Kollaboration noch mit dem Widerstand je etwas zu tun gehabt.

Diese Zeitschrift war das Sprachrohr der ‚Vlaamse Concentratie‘, der ersten flämisch-nationalen parteipolitischen Bewegung, die nach dem Krieg neu entstanden war. Sie setze sich vor allem für die Opfer der Nachkriegssäuberungen ein und kämpft e für Amnestie, das erste große politische Th ema der Nachkriegsgeneration. Karel Dillen trat bald der ‚Vlaams Concentratie‘ bei, schrieb viele Beiträge für ‚Opstanding‘ und trat auch oft als Redner auf. Viele sehen ihn als den größten politischen Redner Flanderns nach dem Kriege.

In den fünfziger Jahren trat Karel Dillen der ‚Volksunie‘ (Volkunion) bei, einer neuen Nationalpartei, die vom Ende des Jahrzehnts an im Parlament vertreten war und in den sechziger Jahren immer stärker wurde. Für diese Partie wurde Karel Dillen allerdings nie Abgeordneter.

Dillen arbeitete neben seinem Beruf als Buchhalter auch bei einem Antwerpener Taxi-Unternehmen. Vor allem aber war er unabhängiger Publizist und Übersetzer zeitgeschichtlicher und politischer Literatur. So übertrug er das Buch des französischen Schrift stellers Maurice Bardèche, „Nürnberg oder das gelobte Land“, das die Siegerjustiz nach dem zweiten Weltkrieg kritisierte. Er übersetzte auch ein Buch über die politischen Probleme in Südafrika.

Ende der sechziger Jahre trat Karel Dillen aus der „Volkunie“ aus, weil ihm die Partie zu linksgerichtet und machtfi xiert war. Dillen blieb immer kompromißlos. Deshalb gründete er im Dezember 1977 den Vlaams Blok, dessen Vorsitzender er fast zwanzig Jahre lang war. Karel Dillen wurde 1978 ins belgische Parlament gewählt und blieb bis 1987 der einzige Abgeordneter der neuen Partei.

1987 kamen zwei neue junge Leute ins Parlament; einer von ihnen war Filip Dewinter. Von da ab wurde die Partei mit jedem Wahlgang stärker. Karel Dillen wurde Senator und wurde 1989 ins Europarlament gewählt. Er schrieb mehrere Bücher. („Vlaanderen in Strasburg I & II“, „Voor u geschreven“‚ „Mijn Schilt ende Betrouwen“‚ „Europese Gedichten“)

Dreimal wurde Karel Dillen mit großem Stimmenanteil in das Europarlament gewählt. 2003 mußte der begnadete Redner aus Gesundheitsgründen sein Mandat aufgeben. Doch bereits 1996 hatte er seinen jungen Assistenten Frank Vanhecke zu seinem Nachfolger ernannt.

Frank Vanhecke vollzog die von den Verfolgungsmaßnahmen der belgischen Behörden erzwungene Neugründung der Partei. 2004 entstand so der neue Vlaams Belang als Nachfolger des Vlaams Blok. Inhaltlich blieb es dieselbe Partei.

Trotz seiner schweren Krankheit konnte sich Karel Dillen noch über den größten Walsieg einer Rechtspartei in der Nachkriegsgeschichte Europas freuen. Im Juni 2004 erhielt der neue Vlaams Belang bei den Europa- und Regionalwahlen fast 25 Prozent der Stimmen. Das Erbe von Karel Dillen war gesichert.

Karel Dillen starb am 27. April 2007 im Alter von 81 Jahren.

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